Europa literarisch
Pionierinnen – gezeichnete Biografien europäischer Frauen
Dienstag, 13. Oktober, 19 Uhr
Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16, 10117 Berlin
Die Reihe Europa literarisch widmet sich dem Vergleich literarischer Strömungen in Europa, sei es durch zeitgenössische Autorinnen, sei es durch den Blick in die Vergangenheit. Dieser Literaturabend ist erneut dem Thema Pionierinnen gewidmet, diesmal in der gezeichneten Literatur. EUNIC Berlin, das Netzwerk der europäischen Kulturinstitute begrüßt vier europäische Autorinnen und Übersetzerinnen, die ganz unterschiedliche Werke vorstellen. Immer stehen jedoch Frauen im Zentrum. Frauen, die sich neue Welten erschließen, Frauen, die ungewohnte Aufgaben übernehmen müssen, Frauen in Uniformen, Frauen, die sich ihren Platz in der Welt und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben erkämpfen.
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Marisa Kröpfl ist in Wien als Buchhändlerin tätig, vor allem aber übersetzt sie für den österreichischen bahoe Verlag seit längerem Graphic Novels, darunter mehrere Frauenbiografien z.B. Frida Kahlo von Dominique Osuch oder Freiheit im Blut von Christophe Girard und Kudret Güneş, wo es um den Kampf der Kurdin Rojîn gegen Dschihadisten geht. Beide Werke wurden aus dem Französischen übersetzt. Marisa Kröpfl ist eine Expertin für das Thema „Pionierinnen in Graphic Novels“. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Sprachen, Kulturen und Perspektiven und verwebt diese miteinander.
Sorina Vasilescu alias Sorina Vazelina (geb. 1986) ist eine rumänische Grafikdesignerin, Illustratorin und Comiczeichnerin. In „The Silent Escape“ erzählt sie die Geschichte der Künstlerin Lena Constante (1909–2005). Während des kommunistischen Regimes wurde sie aus politischen Gründen verhaftet und verbrachte fast zehn Jahre im Gefängnis. Nach dem Ende der Diktatur veröffentlichte sie ihre autobiografischen Erinnerungen, in denen sie ihre Erfahrungen von Repression, Isolation und innerem Widerstand eindrucksvoll dokumentierte. Auf dieser Grundlage entstand The Silent Escape. Das Werk übersetzt Constantes Erinnerungen in die visuelle Sprache des zeitgenössischen Comics und macht ihre innere Welt, ihre Resilienz und die Kraft der Imagination erfahrbar. Die Graphic Novel verbindet historische Erinnerung mit einer künstlerischen Reflexion über Freiheit, Identität und die Widerstandskraft des Menschen.
Nina Six wurde 1998 in Orléans geboren, lebt und arbeitet als Illustratorin und Comic-Autorin jedoch in Belgien. Ihre mit feinem Strich und bunten Aquarellfarben gestalteten Geschichten kreisten oft um Kindheitserinnerungen. In ihrem neuesten Werk „La Sorcière de Londres“ erzählt sie vom Leben der britischen Autorin Stella Benson (1892-1933), die als Autorin von fantastischer Literatur, Feministin, Journalistin und Reisende bekannt, inzwischen aber – im Gegensatz zu ihrer Freundin Virginia Woolfe – weitestgehend vergessen wurde. In ihrer Graphic Novel und demnächst auch in einem Roman, bringt die Autorin das unglaubliche Leben von Stella Benson wieder ans Tageslicht.
Jenya Polsina ist eine Künstlerin und Comiczeichnerin aus Kiew in der Ukraine. Zusammen mit Anna Ivanenko gründete sie 2015 das ,,Seri/graph Studio“. Mit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine haben sie ihren Schwerpunkt auf die Erstellung von Comics zu kriegsbezogenen Themen verlagert. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen Auszeichnungen wie den ,,White Ravens“ ausgezeichnet. Rund 60.000 Frauen dienen derzeit in den ukrainischen Streitkräften. In sensibel gezeichneten Porträts und dokumentarischen Interviewpassagen begegnen wir in FEMALE MILITARY PERSONNEL drei Frauen, deren Namen aus Sicherheitsgründen geändert wurden: Lena, Anna und Nadiya. Die Protagonistinnen sprechen offen über Widersprüche, über Sexismus innerhalb der Streitkräfte, über das Klischee vom „Krieg als Männersache“, über queere Identität und Aktivismus neben dem Soldatinnen Dasein, über Eheschließungen mitten in der Einheit und über die zermürbende Sorge um Familie und Kinder im Hinterland.
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Die Veranstaltung wird in englischer Sprache durchgeführt.
Moderation: Lara Keilbart
Büchertisch: Modern Graphics
Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten: eunic@eunic-berlin.eu
Aufgrund der begrenzten Platzkapazität ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich. Mit ihrer Anmeldung erklären Sie sich einverstanden mit der Aufnahme von Foto- und Videomitschnitten, die im Internet und auf Social Media verwendet werden. Sollte dies nicht der Fall sein, sprechen Sie uns bitte an.
Ab 18 Uhr haben registrierte Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung Lucky Luke – Morris einsamer Westernheld gratis zu besuchen.
Eine Veranstaltung von EUNIC Berlin, dem Netzwerk der europäischen Kulturinstitute, in Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Institut, dem Rumänischen Kulturinstitut, der Vertretung von Ostbelgien, der Föderation Wallonie-Brüssel und der Wallonie in Berlin sowie dem Österreichischen Kulturforum Berlin. Mit freundlicher Unterstützung des Museums für Kommunikation Berlin.
