Literatur

Europa literarisch: László Márton (Ungarn)

29.06.2010, 18:00

László Márton, geboren1959 in Budapest, ist einer der einfallsreichsten Erzähler der Generation nach Kertész und Nádas, er entzückt die Leser und die Kritik stets aufs Neue mit seinen phantasievoll-barocken Texten, mit denen er die Sprache durchdringt. Márton selbst pendelt zwischen dem Deutschen und dem Ungarischen. Er übersetzte u. a. Novalis, Goethe, Kleist und Ingeborg Bachmann, darüber hinaus siedelte er seine eigenen Romane mitunter im deutschsprachigen Raum an, wie z. B. „Die wahre Geschichte des Jacob Wunschwitz“ (Paul Zsolnay Verlag 1999). Neben „Sonderzeichen Europa“ erschien von Márton zuletzt „Das Versteck der Minerva“ (Roman, übersetzt von Wilhelm Droste und Éva Zádor, Folio Verlag 2008).

„Sonderzeichen Europa“ ist ein schriftlicher Dialog über Ungarn, Europa und die Verwunderung, die sich einstellt, wenn der Innenblick dem Blick von außen begegnet. László Márton führte ihn mit Yoko Tawada, 2009 erschien er in der Edition Thanhäuser. László Márton schreibt über Budapest, das Leben in dieser Stadt in den letzten Jahren und das Abflauen postsozialistischer Hoffnungen. Beständig wird darüber sinniert, wie ein Dialog zwischen verschiedenen Kulturen überhaupt aussehen könnte.

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