Literatur
Europa literarisch: Horace Engdahl (Schweden) „Meteore“
03.12.2009, 18:00
Horace Engdahl, geboren 1948, ist Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Kritiker und Übersetzer. Seit 1997 Mitglied der Schwedischen Akademie, war er von 1999 bis 2009 ihr ständiger Sekretär. Er war Mitgründer der Zeitschrift „Kris“, die in den 80er Jahren entscheidend zur Erneuerung des schwedischen Literaturdiskurses beitrug. Seine Disputation führte zu einer bahnbrechenden Neubewertung der schwedischen Romantik.
Sein Buch „Meteore“ (Kleinheinrich 2007 / „Meteorer“, A. Bonniers Förlag 1999/2003) besteht aus einer freimütigen Mischung von Gedankentexten, stark reduziert und konzentriert, in einer aphoristischen Tradition, die von Pascal ausgeht, über Chamfort, Lichtenberg, Schlegel und Wallace Stevens. Alle Themen sind erlaubt. Thesen werden aufgestellt, aber nicht verteidigt, Träume erzählt, aber nicht beendet, Betrachtungen angestellt, ohne an die moralische Entwicklung des Lesers zu denken. Man kann diese Texte keinem Genre zuordnen, aber vielleicht als Einfälle beschreiben, entsprungen der Lust, frei zu denken.
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