
Europa literarisch: Immanuel Mifsud (Malta)
19.06.2009, 18:00
Immanuel Mifsud, geboren 1967 in Malta, veröffentlichte bisher sechs Bände mit Kurzgeschichten, fünf Gedichtbände und eine Sammlung sehr kurzer Geschichten für Kinder. Auch in der Theater-Szene ist er aktiv und hat Werke von Tschechow, García Lorca, Harold Pinter, Max Frisch, Dario Fo und David Mamet inszeniert. Einige seiner Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt und in Europa sowie den USA veröffentlicht worden. Derzeit unterrichtet er am University College Malta moderne maltesische Literatur. Für seine 2002 unter dem Titel: „Sara Sue Sammut’s Strange Stories“ erschienene Sammlung mit Kurzgeschichten gewann er den Nationalpreis für Literatur und wurde für den „Premio Strega Europa“ nominiert.
Sein Band „Kimika“ (Klabb Kotba Maltin 2005; dt.: „Chemie“) führte zu einer Kontroverse in Malta, da er von einigen als „pornographische Literatur“ bezeichnet wurde. Die Geschichten in „Kimika“ geben einen düsteren Einblick in die gegenwärtige maltesische Gesellschaft mit Fokus auf die Unterschicht und berichten auf satirische Art über die Rituale der Massenmedien. Claire Bonello schreibt in der Zeitschrift „Manic“: „… ‚Kimika’ ist eine süchtig machende Sammlung von Kurzgeschichten, die vom Tragischen über das Scharfsinnige bis zum Komischen reichen …“. In Immanuel Mifsuds jüngster Sammlung von Kurzgeschichten mit dem Titel „Stejjer li Ma Kellhomx Jinkitbu“ (Midsea Books 2008; dt.: Geschichten, die nicht hätten geschrieben werden sollen“), scheint schließlich durch alle Geschichten ein leichter Hoffnungsschimmer. Immanuel Mifsud wird an diesem Abend aus beiden Büchern lesen.
Europäisches Haus
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