Literatur

Europa literarisch: Ulrike Draesner (Deutschland) „Berührte Orte“

09.12.2008, 18:00

Gedichte waren immer schon Trips in die Zentren der Wahrnehmung, in die Grenzzonen des Körpers und in eine scheinbar vertraute, doch wundersam neu gesehene Außenwelt. In ihrem neuen, bei Luchterhand erschienen Gedichtband „Berührte Orte“ geht es nun um wirklich bereiste Orte. Draesner wirft ihr sprachliches Netz aus, fischt nach den historischen, religiösen und medialen Phantasmen von fernen Städten wie Damaskus und Casablanca, aber auch in Europa war sie unterwegs. In Lessings Wald und Brechts Dänemark wird der leidigen, glückvollen Beziehung von Ort und Wort nachgeforscht: „vom himmel hängt / ein langer nerv, der zuckt, die angel muttersprache / (er der kleine köder dran) vom himmel in berlin.“


Ulrike Draesner wurde 1962 in München geboren und legte 1995 mit dem Gedichtband „Gedächtnisschleifen“ ihr literarisches Debüt vor. Seitdem folgten mehrere Romane und Lyrikbände. Für ihre schriftstellerische Arbeit wurde sie mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u. a. 1997 mit dem Staatsförderpreis für Literatur, 2001 mit dem Hölderlin-Förderpreis und 2002 mit dem Preis der Literaturhäuser.

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