Literatur

Europa literarisch: Wilfried N’Sondé (Frankreich) „Das Herz der Leopardenkinder“
09.09.2008, 18:00
Geboren 1968 in Brazzaville, der Hauptstadt der heutigen Republik Kongo. 1973 siedelte seine gesamte Familie in einen Vorort von Paris über, nachdem sein Vater ein Stipendium einer Pariser Kunsthochschule erhalten hatte. Geprägt von den widrigen Lebensverhältnissen der Banlieues und niedrigen Tätigkeiten auf einem Markt, begann er, Gedichte und Kurzprosa zu verfassen – unveröffentlichte Anzeichen einer privaten „Bildungsrevolution“, die ihn bis an die Sorbonne und die Université Paris X-Nanterre führte, wo er bis1991 Politologie studierte. Nach ausgedehnten Reisen mit Stationen in London, Utrecht und Madrid hat er sich in Berlin niedergelassen.
Hier wurde er als Musiker mit einer Mischung aus Trash-Rock und Afro-Punk aktiv. Zudem betreute er im Rahmen einer Jugendinitiative in seinem Charlottenburger Kiez zahlreiche soziale Projekte mit benachteiligten Jugendlichen.
2007 debütierte er mit dem Roman »Le cœur des enfants léopards« (dt. „Das Herz der Leopardenkinder“), der am 3. September 2008 auf Deutsch im Antje Kunzmann Verlag erscheinen wird. Er schildert die Identitätskrise eines jugendlichen afrikanischen Immigranten in Paris.
N’Sondé wurde mit dem Prix Senghor de la Création Littéraire und dem Prix des cinq continents de la francophonie ausgezeichnet, dessen Jury urteilte: „Mit poetischer Sprache von unerbittlicher Genauigkeit – einer Diktion, die dieses Buch ebenso bewegend wie ergreifend macht – erforscht Wilfried N’Sondé Schmerz und Liebe, Zugehörigkeit und Gewalt, Begierde und Furcht.“ Der Autor ist Vater von zwei Kindern und lebt in Berlin. Derzeit arbeitet er an einem Album mit Chansons. Im nächsten Jahr wird sein neuer Roman erscheinen.
Europäisches Haus
Unter den Linden 78
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