Literatur

Europa literarisch: Jean-Philippe Toussaint, Dimitri Verhulst (Belgien)

24.04.2008, 18:00

Jean-Philippe Toussaint, geboren 1957 in Brüssel, lebt in Brüssel. Sein erster Roman La salle de bain - Das Badezimmer wird 1985 publiziert. Es folgen die Romane Monsieur, L’appareil-photo (Der Photoapparat) und La Réticence (Der Köder), die er auch alle selbst verfilmt hat. Als DAAD-Stipendiat in Berlin realisiert er 1993 den Film Berlin 10h46 und beginnt den Roman La télévision (Der Fernseher). 1995 verfilmt er sein Drehbuch La patinoire. Im Jahre 2000 folgt das "Reisebuch" Autoportrait (à l´étranger). 2002 erscheint Faire l'Amour - Sich lieben, der in Frankreich zum Bestseller wird, gefolgt von Fuire - Fliehen, dem zweiten Teil einer Trilogie, für den er 2006 den "Prix Médici" einen der wichtigsten Literaturpreise Frankreichs, gewinnt. Beide Romane spielen in Asien und sind das Ergebnis zahlreicher Aufenthalte des Autors in Japan und China. Zuletzt veröffentlicht er 2006 - inspiriert vom Finalspiel der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland - eine kurze Betrachtung zur Melancholie von Zidane. In Deutschland erscheinen Toussaint’s Romane bei der Frankfurter Verlagsanstalt. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller und Regisseur hat Toussaint mittlerweile auch auf mehreren Ausstellungen (vor allem in Japan und Frankreich) sein fotografisches Werk präsentiert.

 

Dimitri Verhulst, geboren 1972 in Aalst. Neben seiner Arbeit als Pizzakurier begann er 1999 seinen ersten Roman „De kamer hiernaast („Das Zimmer nebenan“) zu schreiben, den er schließlich auf Mallorca abschloss, wo er aus Geldnot als Animateur für deutsche Touristen arbeitete. Er veröffentlichte danach weitere Geschichten und Gedichte, die für den „C. Buddingh Prize“ nominiert wurden, und verschiedene Romane. Der Roman „Problemski Hotel“ (2003) über das Leben in einem Asylantenzentrum in Flandern erschien in neun Ländern: Eine von Rohheit und Tristesse geprägte Geschichte, durch die trotzdem Schimmer von Hoffnung und Humor durchblitzen.
In seinem 2006 erschienen Roman erzählt er mit Witz und jeder Menge Charme von einer Jugend zwischen Alkoholsuff und Prostitution, Polizei und Gerichtsvollziehern: „Die Beschissenheit der Dinge“, ein Buch das für den „AKO-Literaturpreis“ nominiert wurde.
„Madame Verona steigt den Hügel hinab“ ist seine neunte und bisher neueste Buchveröffentlichung, und handelt von einer 82-Jährigen, die spürt, dass ihre Zeit gekommen ist. Ein letztes Mal überdenkt sie ihr Leben im Dorf Oucwègne, ein Ort, in dem die Zeit still zu stehen scheint.
„Problemski Hotel“ wurde ins Deutsche übersetzt von Barbara Heller und erschien 2006 beim Ullstein Taschenbuchverlag. „Die Beschissenheit der Dinge“ (Original: „De helaasheid der dingen“) und „Madame Verona steigt den Hügel hinab“ (Original: „Mevrouw Verona daalt de heuvel af“) wurden von Rainer Kersten ins Deutsche übersetzt und sind erschienen bei dem Luchterhand Literaturverlag.

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